„Der zerrissene Sommer“ von Philip Schwarz

„Der zerrissene Sommer“ von Philip Schwarz dreht sich um eine Gruppe von Abiturienten, deren Zukunft noch in den Sternen steht. Alexa, die Freundin von Thomas, entdeckt ihre Liebe zum Malen und beschließt, inspiriert von Thomas‘ bestem Freund Robert, für ein Jahr nach Australien zu gehen, ihr Leben zu leben.
Thomas, der seine Freundin über alles liebt, zögert nicht, ihr diesen Wunsch zu ermöglichen und willigt ein, mitzugehen. Alexa ist überglücklich, doch dann geschieht etwas, das die Pläne zunichte machen sollte…
Thomas und sein Freund Robert haben sehr unterschiedliche Ansichten, was das Leben angeht. Während Thomas eher der pragmatische Typ ist, dem es um Halt und Sicherheit geht, sieht sich Robert in der Pflicht, zu leben. Er will Veränderung, radikale. Intensiv leben.

Da Alexa, Thomas Freundin, sehr gerne malt und im künstlerischen Bereich tätig ist, kann sie Roberts Gedanken nur zu gut verstehen, sodass Thomas, der davon eher weniger versteht, sich schnell außen vor fühlt. Die Probleme sind quasi vorprogrammiert.

Auch wenn dieses Buch dem Genre „Kriminalroman“ angehört, so ist es voller philosophischer Diskussionen, die so geschickt mit der Handlung verwoben sind, dass mich dieses Buch noch immer nicht loslässt.

Es ist ein Werk, das einen über sich selbst nachdenken lässt: Ist mir Sicherheit wichtiger? Oder traue ich mich, zu leben? Stehe ich auf Thomas‘ oder Roberts Seite? Wohin möchte ich gehen?

Gerade weil mir selbst das Abitur und somit der größte Teil meines Lebens noch bevor steht, konnte mich dieses Thema, dieser Zwiespalt, sehr stark aufwühlen.

Allgemein spricht die Handlung einen grundlegenden Konflikt an, der wohl schon viele Menschen getrennt oder auch zusammengebracht hat: Sicherheit oder Freiheit? Wie möchte ich leben?

Somit ist dieses Werk nicht einfach nur ein Kriminalroman, bei dem es gilt, mitzufiebern. Nein, hier steckt viel mehr Tiefe. Ein Konflikt, der durch den Mord noch einmal mehr aufgegriffen wird.

Das Ende gibt einem mindestens so viel nachzudenken wie der Verlauf der Geschichte selbst.

Ich persönlich konnte mich mit Robert identifizieren, habe aber seltsamerweise im Verlaufe des Buches immer mehr Hass ihm gegenüber gehegt, was mich während des Lesens unruhig gemacht hat und die Spannung umso mehr in die Höhe getrieben.

Alles in allem kann ich sagen: Die Geschichte ist nicht nur ein zerrissener Sommer – sie beinhaltet einen Konflikt, der Menschen zerreißen kann und sie hat mich zerrissen zurückgelassen. Unglaublich.

[Vielen Dank an dieser Stelle an den Autor und den wesText Verlag, die mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.]

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