„Zwischen uns ein ganzes Leben“ von Melanie Levensohn

In „Zwischen uns ein ganzes Leben“ beschreibt die Autorin Melanie Levensohn gekonnt den Werdegang dreier völlig unterschiedlicher Frauen, die trotzdem eine gemeinsame Geschichte haben.
Für die junge Französin Beatrice läuft es gerade schlecht im Job.
Um sich etwas abzulenken, möchte sie ehrenamtlich helfen und lernt dabei die verschrobene, alte Jacobina kennen. Die grantige Dame trägt eine schwere Last mit sich rum, hat sie doch ein Versprechen gegeben, was sie nie eingelöst hat. Nun bleibt ihr nur noch wenig Zeit ihre Halbschwester Judith zu finden, die während der Wirren des Zweiten Weltkrieges verschollen ist. Beatrice versucht Jacobina dabei zu helfen, den letzten Wunsch ihres Vaters zu erfüllen und damit ihr Versprechen einzulösen.

Meinung:
Wie schon aus dem Klappentext ersichtlich wird, spielt die Geschichte in mehreren Handlungssträngen und zu unterschiedlichen Zeiten. Mal folgen wir dabei der Suche von Jacobina und Beatrice in der Gegenwart, mal geht es in die Vergangenheit, wo Judith als Jüdin während des Krieges um ihr Leben bangen muss. Diese Wechsel bekommt die Autorin nahtlos hin. Ich fühlte mich während des Lesens nicht rausgerissen, denn Melanie Levensohn verwebt die Schicksalsfäden gekonnt, wenn auch manchmal ein bisschen übertrieben.

Auch thematisch bewegen wir uns in verschiedenen Bereichen: Neben großen Liebesgeschichten, die auch für mich als bekennender Liebesgedönsmuffel wirklich schön zu lesen sind, bekommt man Auszüge eines modernen Romans und einer hautnahen Kriegsgeschichte. Alle Teile erzählt die Autorin dabei eigenständig und passend in Sprache und Stil.
Besonders die Kriegsszenen um Judith haben mich beeindruckt: Man spürt die Angst und Verzweiflung, die sie mit der Zeit erfasst. Die schleichenden Änderungen im öffentlichen Leben der Nazizeit sind durch sehr treffende Beispiele ausgedrückt worden. Für mich der Handlungsstrang im Buch, der mich am meisten überzeugen konnte.

Am modernen Teil gefiel mir vor allem der Hinweis auf die viele ehrenamtliche Tätigkeit, die rund um das Thema „Zweiter Weltkrieg“ stattfindet. Diese finde hier zu Recht ausreichend Beachtung. Ebenso positiv fand ich die Darstellung von Beatrices Arbeitswelt. Sie gibt gut wieder, wie es in vielen Betrieben heutzutage zugeht.

Fazit:
Eine tolle Mischung aus Gegenwart und Vergangenheit, mit eindringlichen Gefühlen und einer Menge Leid. Trotzdem kommen auch die glücklichen Momente nicht zu kurz. Meine Empfehlung: Lesen!

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