Eine Anthologie zum Hineinschnuppern in Science Fiction

Das Schiff das nie hätte gebaut werden dürfen“ ist eine Anthologie von Science Fiction Storys und besonders geeignet zum Hineinschnuppern in dieses Genre.
Die Geschichte von einem Weltraumflug, der völlig schiefgeht. Von einer Alien-Kommandantin, die im Mittelalter auf der Erde Schiffbruch leidet. Von dem extraterrestrischen Artefakt, dass sich als überaus nützlich entpuppt. Von einem Gentechnik-Experiment, das nicht wie geplant verläuft und von dem Raumschiff, das nie hätte gebaut werden dürfen.
Hier trifft jeder auf seinen Geschmack. Eine gute Auswahl unterschiedlicher Kurzgeschichten in Anlehnung an Märchen.

Ich persönlich habe ja bisher noch nicht sonderlich positive Erfahrungen mit Science Fiction gemacht, obwohl ich der Thematik an sich nicht abgeneigt bin, deswegen wollte ich es noch einmal versuchen. Dazu hat sich dieses Buch sehr angeboten, da es aus 5 kleinen Geschichten besteht. Hätte mir also die eine nicht gefallen, hätte ich sie nicht allzu lange ertragen müssen und eine andere hätte es mir vielleicht eher angetan, so war mein Gedanke.

Aber zu diesem Missfallen kam es hier erst gar nicht. Wirklich jede Geschichte ohne Ausnahme konnte mich für sich gewinnen. Die eine vielleicht ein bisschen mehr als die andere, aber Tatsache ist: Von jeder war ich hellauf begeistert!
Während die eine einen sprachlos zurücklässt, schafft es die nächste, einem eine Erkenntnis zu bescheren. Der nächsten gelingt es, dass man eine solch nahe Beziehung zu einer Maschine (ja, wohlgemerkt zu einer Maschine und keinem Lebewesen!) aufbaut, dass man es fast nicht übers Herz bringt, die Geschichte ruhen zu lassen.
Die vierte spricht die Gentechnik an und weist einem deren Konsequenzen auf: was alles passieren kann, wenn man sich mit derartigen Experimenten gar an einem Menschen versucht. Dabei werden längst nicht alle Probleme, die mit Gentechnik auftauchen, in dieser Geschichte auch umgesetzt. Dafür schafft es diese Geschichte, einen für diese Thematik zu sensibilisieren und die Folgen selbst weiterzuspinnen.
Und die letzte Geschichte, Namensgeber des gesamten Werkes, dazu braucht man gar nicht viel zu sagen:
Genial geschrieben, genial beschrieben und genialer Inhalt.
Passend finde ich, dass man diese Geschichte erst ganz am Ende angeordnet hat, denn: Wenn man die letzte Geschichte liest, hat man tatsächlich das Gefühl, man sei durch die ersten paar zunächst vorsichtig in das Genre Science Fiction eingeleitet worden, damit es nun richtig losgehen kann.

Am Schreibstil habe ich bei allen Geschichten nichts auszusetzen. Auch wurden nicht allzu viele Fachbegriffe verwendet, sodass einem das Lesen recht leicht fiel.

Deshalb mein Fazit:
Dieses Buch hat mich in keiner Hinsicht enttäuscht, im Gegenteil: Es hat für mich die Ehre des Science-Fiction-Genres gerettet!
Empfehlenswert für alle, die erst in dieses Gerne hineinschuppern wollen. Für die, die zum Leidwesen dieses wunderbaren Genres schon schlechte Science-Fictions lesen mussten, ein wunderbarer Neustart, um sich wieder mit diesem Genre auszusöhnen.
Und ein thematisch abwechslungsreiches und inspirierendes Buch für all diejenigen, die bereits mit „harter Science-Fiction“ vertraut sind.

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3 Gedanken zu “Eine Anthologie zum Hineinschnuppern in Science Fiction

  1. Wortman September 10, 2018 / 1:02 pm

    Anthos sind immer eine schöne Idee, sich gewisse Querschnitte abseits des Mainstreams zu holen.
    Hin und wieder geht es allerdings auch mal daneben 😉 So wie bei Zombie Zone Germany. Die Auswahl war ziemlich schlecht was die Inhalte anging.´.

    Gefällt 2 Personen

    • KatharinaHohenfels September 11, 2018 / 5:18 pm

      Hi Wortman,
      beide Erfahrungen, die du nennst, durfte ich ebenso bereits machen. Die negative z.B. bei dem Buch „Der Fremde im Zug“, dessen Rezension du hier findest:
      https://rezensimus.wordpress.com/2018/09/04/was-waere-wenn-jesus-heute-unter-uns-leben-und-seine-gleichnisse-erzaehlen-wuerde/
      Das Thema war nicht schlecht gewählt, die Auswahl jedoch so lala. Oder sagen wir, die „Querschnitte abseits des Mainstreams“ wurden leider nicht zur Genüge ausgeschöpft.
      Aber ich denke, das ist bei jedem Genre und jeder Sparte so, dass man auch mal daneben greifen kann: Die Gründe für einen Fehlgriff sind schließlich vielfältig genug;)

      „Zombie Zone Germany“ durfte ich persönlich noch nicht lesen – vielen Dank, jetzt bin ich vorgewarnt, falls mir diese Anthologie mal über den Weg laufen sollte xD

      Liebe Grüße
      Katharina Hohenfels, Team Rezensimus

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      • Wortman September 11, 2018 / 5:33 pm

        So ist das bei der Zombie Zone: Die Auswahl war ziemlich übel. Da gab es bestimmt weitaus bessere Sachen. Teilweise habe ich mittendrin aufgehört, weil das Gelesene nur genervt hat.

        Daneben greifen kann man immer mal. Sicherlich hat auch ein gewisser subjektiver Gesichtspunkt damit zu tun. Es gibt immer mal Geschichten, die einem innerhalb einer Anthologie nicht gefallen. Das ist normal, würde ich sagen. Aber wenn es gefühlte 90% sind, dann ist da was schief gelaufen.

        Gefällt 1 Person

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