Warum wir nur sehen, was wir sehen wollen

Der „Sommer der Pinguine“ ist ein kleines Schmuckstück mit Ecken und Kanten auf gerade einmal 143 Seiten. Auf diesen wenigen Seiten lernen wir Mrs. Robington kennen, die bei einem Streifzug durch London zufällig in einer seltsam anmutenden Buchhandlung landet. Auf den ersten Blick erkennt sie das Besondere an diesem Laden nicht, doch beim Verlassen fällt es ihr wie Schuppen von den Augen: Der Buchhändler ist kein Mensch, sondern ein Pinguin. Nun, da sie einmal einen gesehen hat, trifft sie an den ungewöhnlichsten Orten auf weitere Vertreter. Doch das Schicksal der Pinguine ist in Gefahr, denn sie drohen aufzufliegen. Kann Mrs. Robington sie retten?

Autor Thomas Montasser hat sich bei seinem Roman von einem Bild inspirieren lassen, welches beim Lesen schnell augenfällig wird. Denn neben dem Inhalt stechen besonders die Illustrationen hervor.

Schon das Cover zeigt, wohin die Reise gehen soll und die Zeichnungen im Inneren unterstreichen den charmanten Charakter der Geschichte. Einer Geschichte, die sich wie ein modernes Märchen im schicken Gewand liest. Sprachlich raffiniert und nicht ganz einfach zu lesen, inhaltlich in verschiedene Bereiche gegliedert. Teilweise sachlich aus Sicht der niedlichen Pinguine, teilweise verschroben aus Sicht der Protagonistin Mrs. Robington. Leider manchmal auch überheblich auf beiden Seiten, was den Lesegenuss etwas trübt.
Der Haupterzählstrang ist wirklich unterhaltsam, doch durch eine überflüssige Liebesgeschichte am Ende wird er sogar eher lahm.

Trotzdem kann man sich in dieses kleine Büchlein verlieben.
Es entführt den Leser aus dem Alltag und zeigt ihm die kleinen magischen Momente im Leben, für die man meist kein Auge hat. Es regt dazu an, seine Umwelt wieder bewusster wahrzunehmen und darüber nachzudenken, wie man mit ihr im Einklang leben kann.

Fazit:
Ein charmantes und nachdenkliches Büchlein, was den Leser verzaubern kann, wenn man ihm die Chance dazu gibt. Buchsüchtige, die es gerne besonders realistisch mögen, sollten Abstand halten.

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