Die Definition von Glück

Ende Juli erschien „Wie die Erde um die Sonne“ von Brittainy C. Cherry im Verlagsimprint Lyx des Bastei Lübbe Verlages.

Worum geht’s:
Dieses Buch erzählt die Liebesgeschichte zwischen Lucy und Graham, zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Meine Meinung:
Wie die Erde um die Sonne“ ist der vierte und letzte Band der „Romance Elements“-Buchreihe. Jeder Band ist in sich abgeschlossen und hat gänzlich neue Protagonisten.
Ich hatte wirklich schon oft Bücher von Brittainy C. Cherry in der Hand, doch dieses Buch ist mein erster „New Adult“-Roman der Amerikanerin, die mit „Verliebt in Mr. Daniels“ den großen Durchbruch als Selfpublisher schaffte.

Die Autorin bedankt sich im Buch bei ihrem Covermodel Stuart Reardon, was ich ehrlich gesagt sehr entzückend finde. Ich möchte mich an dieser Stelle beim Lyx-Verlag bedanken, der das Cover eins zu eins vom Original übernommen hat. Es ist von der Farbe und dem Hell-Dunkel-Kontrast her wunderschön. Damit harmoniert es hervorragend mit den anderen Coverbildern der Reihe, die alle in Erdtönen gehalten sind.
Der Blick des Mannes auf dem Coverbild ist nachdenklich nach unten zur Seite geneigt. Das passt sehr gut zum Charakter des männlichen Hauptprotagonisten.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht Graham, ein Bestsellerautor, der sich, von seiner Frau verlassen, aufopferungsvoll um seine neugeborene Tochter Talon kümmert. Durch seine Kindheit gezeichnet, ist er zu einem Griesgram geworden. Er macht einen kaltherzigen Eindruck, was in seiner Angst zu lieben begründet. Außerdem erscheint er anderen Menschen gegenüber sehr zynisch. Das kommt daher, dass er seinen Kummer in sich hineinfrisst und mit keinem redet. Oder doch?
Ein Nebencharakter im Buch erwähnt, dass Graham durch seine Augen spricht. Was in der Tat sogar der Leser nachempfinden kann.

Die weibliche Hauptprotagonistin ist Lucy. Sie ist, wie sie selbst zugibt: „… die Frau, die alles fühlte.“
Ein wahres Wort. Mit ihrer fröhlichen Lebenseinstellung strahlt sie mit der Sonne um die Wette. Zusammen mit ihrer Schwester Mari gehört ihr ein kleiner Blumenladen.
Im Buch wird sie oft als „abgedrehte Hippiebraut“ bezeichnet, was sie definitiv ist. Ansonsten ist sie offen und besitzt einen freundlichen Charakter.
Ihr Vater hat die Familie verlassen und ihre Mutter ist an Krebs verstorben. Trotz dieser Rückschläge ist sie optimistisch geblieben und belebt durch ihre sensible Art ihre Mitmenschen.

Diese gegensätzlichen Charaktere treffen genau mein Leserherz. Es heißt ja nicht umsonst, dass Gegensätze sich anziehen. Man erlebt aus erster Hand wie Grahams Herz nach und nach auftaut und er wieder Gefühle zulässt – dank Lucys direkter, gefühlvoller und lustigen Art.

Dank den Nebencharakteren müssen Lucy und Graham jede Menge Schwierigkeiten beseitigen.
Viele davon haben mich zu Herzen gerührt. Doch zwei Charaktere haben mich an den Rand des Wahnsinns getrieben. Damit war ich nicht allein, denn im Rahmen einer Leserunde gab es wirklich heiße Diskussionen über diese beiden Personen, die so unvernünftig und uneinsichtig in ihren Entscheidungen waren. Wer da Genaueres wissen möchte, muss das Buch jedoch selbst lesen.

Obwohl die Handlung sehr nach Klischee aussieht, da sich ein alleinerziehender Vater neu verliebt, wird es in diesem Roman nie langweilig. Es gibt so vielen Wendungen, die mich angenehm überrascht haben. Gut, ein paar Sachen waren auch vorhersehbar, doch das macht der wunderbare, gefühlvolle Schreibstil mehr als wett.
Die Liebesbeziehung steht zunächst gar nicht mal im Vordergrund, sondern das Leben von Graham und Talon. Die Beziehung zwischen den beiden Hauptprotagonisten schleicht sich auf leisen Sohlen ins Geschehen. Der frischgebackene Vater wird immer wieder mit Lucy konfrontiert, ob er will oder nicht. Das fängt schon mit dem ‚ungewollten‘ Kennenlernen an. So kommt es zu wirklich lustigen Szenen und tollen Dialogen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Lucys und Grahams Sicht erzählt. Durch die Ich-Perspektive konnte man sich wunderbar in die jeweiligen Charaktere versetzen. Rückblenden gab es auch ein paar, welche die Geschichte zusätzlich ergänzten.
Der Schreibstil hat mich total geflasht. Er ist flüssig, leicht und voller Emotionen. Wie eine Zündschnur wurden diese hochgepusht bis zum finalen Countdown. Ich lese viel, aber noch nie hat mich ein Buch so emotional ergriffen. Einmal angefangen, konnte man sich dem Buch nicht mehr entziehen. Klar, dass ich auch die anderen Bände der Reihe lesen muss.

Wie die Erde um die Sonne“ ist ein einfacher Liebesroman, der seinem Namen gerecht wird. Er erzählt von der Liebe einer/s Mutter/Vaters, der Liebe zwischen Schwestern, der Liebe von Mann und Frau, aber auch von der Liebe zu Außenstehenden, die zu Familienangehörigen werden. Außerdem zeigt er einem, wie Menschen miteinander umgehen, wie sie Verlust und Krankheit verarbeiten, aber auch, wie herzlos und hart das Leben sein kann.

Fazit:
Die Story ist wie eine Achterbahnfahrt der Gefühle – von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Die Protagonisten sind aus dem Leben gegriffen, mit einzigartigen Hintergründen. Der Schreibstil mitreißend und fesselnd. Den Namen Brittainy C. Cherry sollte sich jeder merken, der gerne Liebesromane liest!
Wie die Erde um die Sonne“ ist unvergesslich und mein absolutes Lese-Highlight 2018!

[An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich beim Lyx Verlag und der Lesejury für das Vorab-Leseexemplar und den wunderbaren Teilnehmern der Leserunde bedanken.]

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