Winterzauber

Der fallende Schnee begräbt die Schrecken eines Schlachtfelds unter sich. Doch kein Frost kann die Wunden, die der Krieg in uns zurück lässt, gänzlich schließen.

Sara J. Maas entführt uns mit A Court of Frost and Starlight“  in ein atemberaubendes Wintermärchenland, in welchem die uns bekannten Charaktere die Fae-Variante von Weihnachten feiern – Winter Solstice (zu Deutsch Wintersonnenwende). Die Novelle, welche zwischen dem dritten und bald erscheinenden vierten Band der Erfolgserie „A Court of Thorns and Roses“ spielt, zeigt unsere liebsten Charaktere einmal ganz privat.

Nach den letzten großen Ereignissen gilt es, wieder zur Normalität zurückzukehren. Diese Geschichte zeigt uns, wie die Schrecken, die einen jeden ereilt haben, sie bis in den Alltag verfolgen. Wer auf aktionsgeladene Kampfszenen wartet, wie es sie sonst in der Reihe gibt, hofft hier vergebens. Es geht fast ausschließlich um die Entwicklung der Charaktere und die Dynamik zwischen diesen. Da es eine Fortsetzung ist, möchte ich nicht zu viel verraten, nur so viel: Es geht einem, für ein Fantasy- bzw. Young-adult-Buch, sehr an die Nieren.

Sarah J. Maas hat sich merklich Mühe gegeben, das Seelenleben der Charaktere glaubhaft darzustellen. Sie räumt jedem die Zeit ein, sich auf seine ganz eigene Art mit dem Schmerz und dem Trauma auseinanderzusetzen, mit welchem sie sich im letzten Band konfrontiert gesehen haben.

Ihr Schreibstil ist gewohnt flüssig, mit zauberhaften Metaphern und teils zu perfekten Dialogen gespickt. Ihre Art, Geschichten zu erzählen, ist etwas fürs Herz, genau wie die Dialoge, in denen auch die Romantiker auf ihre Kosten kommen.

Ich hatte im Großen und Ganzen nur ein wahrhaftiges Problem mit diesem Buch: Warum erscheint es im Sommer? Dieses Buch schreit förmlich Vorweihnachtszeit! Das Cover, der Titel, das Setting! Alles ist weihnachtlich. Sogar die Bräuche, die in Maas‘ Fantasy-Variante von Weihnachten beschrieben werden, stimmen zum größten Teil mit gängigen Weihnachtsbräuchen überein.

Ein weiterer kleiner, äußerst unerwarteter Kritikpunkt waren die prekären Szenen. Sonst lobe ich Sarah J. Maas stets für ihr Talent, glaubhafte Erotikszenen zu schreiben, aber in diesem Buch war es teils sehr idealisiert. Aber gut, es ist Weihnachten! Lasst den Leuten ihren Spaß. Es war keinesfalls anstößig oder schlecht geschrieben. Zudem spielt hier noch ein anderer Faktor hinein, den ich aus Spoilergründen nicht erwähnen kann. Dieser gibt der Szene wahrscheinlich den nötigen Spielraum, um etwas über die Stränge zu schlagen.

Fazit:
Lest es, aber lest es zu Weihnachten!
Dieses Buch ist voller Gefühle und ganz persönlichen emotionalen Reisen, auf welchen man etablierten Charakteren noch ein wenig näher kommt. Es ist eine schöne Ergänzung zur Reihe, welche einem nützliche Informationen bringt und einem damit das bevorstehende Lesen der Folgebände versüßen könnte.

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