Naturnahes Kochen oder nicht vielleicht doch einfach nur Warenkunde und Werbung?

„Naturnahes Kochen“ von Erwin Seitz ist für mich ein Buch von der Kategorie außen hui, innen pfui. Der erste Eindruck ist nämlich sehr vielversprechend. Ein wertiges, schweres Kochbuch mit tollem, zum Thema passendem Cover. Man bekommt sofort Lust aufs Kochen und Genießen.

Die vergeht dem Leser dann aber schnell, wenn man sich das Buch genauer anschaut. Die ersten 105 Seiten sind ausschließlich Warenkunde. Erst danach beginnen die Rezepte. Da finde ich die Deklaration „Kochbuch“ schon übertrieben. Ansonsten mag ich den Gedanken der Warenkunde, man sollte schließlich wissen, was man isst. Teilweise sind die Infos auch echt interessant, allerdings stört mich die massive Werbung. Man könnte meinen, die beste Milch gäbe es nur auf dem befreundeten Biohof des Autoren. Klar sollten die Lebensmittel qualitativ hochwertig sein, dafür sollte aber jeder Leser Erzeuger vor seiner eigenen Haustüre wählen. Das macht alleine für den Transportweg mehr Sinn, um die Umwelt nicht unnötig zu belasten.

Die Rezepte selbst bestehen aus mehreren Abschnitten. Erneut gibt es pro Rezept eine Seite Infos und reichlich Werbung, sodass auch hier wenig Platz für Kochanleitungen bleibt. Da diese aber auch nicht allzu lang ausfallen, reicht ihnen der bescheidene Platz, der ihnen zugestanden wird.
Inhaltlich gefallen mir ein paar Gerichte wirklich gut. Beispielsweise unter der Kategorie „schwäbisch trifft orientalisch“ findet sich“Gepökelter Schweinebauch auf Alplinsen mit Joghurt und Raz el Hanout“. Es gibt aber auch Negativ-Beispiele wie Müsli mit Haferflocken. Erstens hat das nichts mit Kochen zu tun. Zweitens brauche ich dafür kein Kochbuch. Von dieser Sorte gibt es einige Rezepte, welche noch mehr Seiten in Anspruch nehmen.
Was dann noch übrig bleibt, sind nur wenige schöne Gerichte zum nachkochen. Vegetariern und Veganern kann ich diese allerdings auch nicht empfehlen, da fast alle Rezepte Fisch oder Fleisch enthalten.

Fazit:
Wer etwas über Warenkunde lernen mag, kann sich dieses Buch kaufen. Dafür wäre der Preis allerdings gesalzen. Wer wirklich kochen mag, ist mit anderen Werken besser bedient.

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