Liebe kennt keine Geschlechter!

Man nehme „Simon vs. the homo sapiens agenda“ von Becky Albertalli und drücke es einem jeden homophoben- „Das ist nicht natürlich“-Quacksalber ins Gesicht… vielleicht lieber nicht, so können sie es nicht lesen, aber genau das sollten sie – wir alle sollten das.

Denn dieses Buch zeigt auf eine unglaublich einfühlsame Weise, dass Liebe keine Unterschiede macht.

Aber vielleicht erst einmal die Grundgeschichte.
Simon ist leidenschaftliches Mitglied des Theaterclubs seiner Highschool und hat ein Problem – er ist süchtig nach Oreokeksen. Leider ist Simons Liebe für die nährstoffarme Backware nicht seine größte Sorge, sondern die Tatsache, dass er im Inbegriff ist, den einzigen Menschen zu verlieren, mit dem er offen über seine Gefühle, Gedanken, das potentielle Coming- out und die damit verbunden Ängste sprechen kann. Seine Internetbekanntschaft „Blue“ würde nie wieder auf eine Mail von Simon antworten, wenn dessen Mitschüler seine Drohung wahr macht und die Screenshots aus Simons Emailfach publik macht- die Screenshots, die der ganzen Welt offenkundig zeigen würden, dass Simon genau wie Blue homosexuell ist.

Wer dieses Buch liest, sei gefasst darauf, sich wieder in der Hölle seiner eigenen Schulzeit wiederzufinden. Man fühlt sich sofort in die Schulflure zurück versetzt, in denen man skeptisch beäugt wird und sich nie sicher sein kann, ob die Gruppe kichernder Boyband Fans und Fußballer gerade über einen selbst gelacht hat oder es nur um einen belanglosen Witz ging.
Becky Albertalli weiß, wie sie Gefühle in ihren Lesern weckt! Dieses Buch hat jedoch keinen ausgeklügelten Plot. Stattdessen beschreibt es ein scheinbar normales Leben, aber mit einer derartigen emotionalen Tiefe, dass es fast ausschließlich von der Gefühlswelt der Charaktere lebt.

Besagte Charaktere sind durch und durch glaubhaft und verhalten sich auch endlich einmal normale Teenager – mit Eltern! Entgegen den gängigen Teenager- Klischee- Romanzen, in welchen Eltern zu schmückendem Beiwerk degradiert werden und selten die Position einnehmen, die Eltern für die meisten jungen Menschen ausüben, haben wir hier eine realistische Eltern-Kind-Dynamik. Doch gerade weil dieses Buch so real ist, mit drohendem Hausarrest, über unser allen Köpfen schwebend, macht es die Liebesgeschichte zwischen Simon und Blue so herzerweichend und außergewöhnlich.

In einer Welt, in welcher alle mit einander vernetzt sind und man doch nie ganz verstanden wird, erzählt dieses Buch eine Geschichte von tiefer Verbundenheit, von Freundschaft, Zweifeln, Fehlern und der Gewissheit, dass niemand sich für die Liebe, die er empfindet, rechtfertigen muss.

Mein Fazit:
Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem empfehlen. Egal wie alt – denn niemand ist zu jung oder zu alt um etwas über Zuneigung und Respekt zu lernen. Denn genau, dass vermittelt uns dieses Buch, welches einen eindrucksvollen Einblick in das Leben von einem jungen Mann gibt, der das Gefühl nicht los wird, sich für etwas outen zu müssen, was das normalste der Welt sein sollte.


Wenn dir diese Bücher gefallen haben, gefällt dir vielleicht auch „Simon vs. the homo sapiens agenda“ von Becky Albertalli“:

„The Sun Is Also a Star“ von Nicola Yoon

„The Fault in Our Stars“ von John Green

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s